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LKZ 24. März 2010

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Mittwoch, 24. März 2010

Ludwigsburger Kreiszeitung / Foto: LKZ

ES WIRD DAS INDIVIDUELSTE KINDER- UND FAMILIENZENTRUM.

3,5 Millionen Euro sind für den Umbau der alten Turnhalle der Flakkaserne zum Kinder- und Familienzentrum veranschlagt. Die Stadt jedoch koste der Bau des „neuen Wahrzeichens der Hartenecker Höhe“ keinen einzigen Cent, verspricht Baubürgermeister Hans Schmid.

„Der gesamte Bau wird aus der Wertschöpfung des Baugebietes finanziert und belastet den städtischen Haushalt mit null Euro“, so Schmid. Dass mit dem Verkauf der Baugrundstücke so viel Gewinn erwirtschaftet worden ist, sei eine komfortable Situation für die Stadt, erklärt der Baubürgermeister.

Im Herbst 2011 sollen alle Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wird die Kindertagesstätte 95 Kindern auf zwei Ebenen Platz bieten. Drei Gruppen à 25 Kinder zwischen drei und sechs Jahren und zwei Gruppen mit je zehn Kindern unter drei Jahren.

Die Zeit drängt, das weiß Schmid: „Je schneller das Zentrum da ist, desto eher kann es auch Kinder aus Oßweil aufnehmen.“ Dort ist die Lage in Sachen Kinderbetreuung sehr angespannt (wir berichteten).

„Es wird das individuellste Kinder- und Familienzentrum in Ludwigsburg“, ist sich Schmid sicher. Denn die einstige Turnhalle aus dem Jahr 1936 steht unter Denkmalschutz. Das mag beim Anblick der bloßen Pfeiler verwundern, doch die stützende Holzkonstruktion im Innern gilt als herausragendes Beispiel für die Architektur der 1930er Jahre.

Damit diese Holzverstrebungen sichtbar bleiben, haben die Architekten eine Haus-in-Haus-Lösung geplant. Im Innern der Flakhalle, wie der Name der Halle abgekürzt wird, entsteht ein zweites, kleineres Gebäude: Eine zweigeschossige Holz-Stahlkonstruktion. In deren Obergeschoss werden Gruppen- und Spielräume für die älteren Kinder geschaffen. Im Untergeschoss gibt es neben den Räumen für die unter Dreijährigen einen Elternbereich. Dieser kann vom Kindergarten abgetrennt werden und ist über einen zweiten Eingang im Norden zugänglich.

Das Zentrum im Innern ist so geplant, dass es nicht die gesamte Breite der Flakhalle einnimmt. Zur Westseite bleibt eine Freifläche, ein Indoor-Spielplatz. Somit entsteht ein Übergang zum kleinen Park im Westen. Gleichzeitig ist die Holzkonstruktion weiter sichtbar.

Typisch für die 1930er waren auch die Sprossenfenster der alten Halle. Diese konnten bei der Entkernung jedoch nicht gerettet werden. Sie werden nun detailgetreu nachgebaut, so Gabriele Barnert, Architektin vom Fachbereich Hochbau.

Inmitten der hundert Jahre alten Bäume auf der Westseite der Flakhalle ist ein Spielplatz für das gesamte Wohngebiet geplant. Ein Teil davon wird für den Kindergarten abgetrennt.

Die Haus-in-Haus-Lösung ähnelt dem Konzept für das jüngst abgebrannte Energiezentrum. Allerdings wird auf der Hartenecker Höhe keine Sprinkleranlage eingebaut. Diese ist bei zweigeschossigen Gebäuden keine Vorschrift, sagt Barnert. Dafür gebe es im Brandfall zwei Fluchtwege.

Momentan wird die Farbgestaltung der Innenräume ausgearbeitet. Für die Holz-Stahl-Konstruktion und die Fenster liegen bereits Angebote vor. Über diese soll der Bauausschuss noch vor dem Sommer abstimmen, damit die Bauarbeiten vor der Sommerpause starten können.

Baubürgermeister Schmid rechnet zudem damit, aus der Wertschöpfung des Baugebietes die Sanierung der Walter-Flex-Straße, der Comburgstraße und der Neckarweihinger Straße finanzieren zu können. Diese wurden durch den Baustellenverkehr besonders in Mitleidenschaft gezogen.