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LKZ 20. März 2009

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Freitag, 20. März 2009

Ludwigsburger Kreiszeitung / Foto: Michael Fuchs

KASERNEN-TURNHALLE WIRD ZUM KINDERZENTRUM.

Historische Gebäude auf der Hartenecker Höhe sollen umgebaut werden

"Schwerter zu Pflugscharen" heißt es bei Prophet Micha. In der Ludwigsburger Stadtverwaltung dürften zwar kaum religiöse Eifer sitzen, das neue Bauprojekt in der ehemaligen Flakkaserne besitzt trotzdem eine fast schon christliche Symbolik.

Die alte Turnhalle auf dem Gelände der ehemaligen Flak Kaserne soll zu einem Kinder- und Familienzentrum umgebaut werden. Wo sich einst Soldaten ertüchtigten, könnten demnach schon in zwei Jahren Kinder herumtoben. Die Stadtverwaltung hat jetzt erste Pläne für dieses Projekt im Ausschuss für Bildung, Sport und Soziales vorgestellt.

Demnach soll die neue Kindertagesstätte als ein "Haus im Haus" in dem denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden. Die Halle bleibt dabei als äußere Hülle samt Dachkonstruktion bestehen. In das Innere der Halle wird als eine Art zweites Gebäude das Kinder- und Familienzentrum eingezogen. Dabei soll aber nicht die gesamte Innenfläche genutzt werden. Gut ein Drittel soll als eine Art überdachter Freibereich bestehen bleiben. Die Kinder könnten also auch bei schlechtem Wetter "draußen" spielen.

Um ausreichend Tageslicht in das Innere der alten Turnhalle zu lenken, sollen Dach und die Fassade an mehreren Stellen aufgebrochen und verglast werden. Das sei mit dem Denkmalschutz vereinbart, sagte Gabriele Barnert vom Fachbereich für Hochbau. Insgesamt bezeichnete sie die von dem Ludwigsburger Architekturbüro MW Architekten erstellten Pläne als "schöne Symbiose zwischen Alt und neu".

Die Tagesstätte soll zweigeschossig nach den Anforderungen für Kinder- und Familienzentren erstellt werden. Geplant sind beispielsweise Bewegungsräume, Musikräume, eine Kunstwerkstatt, Experimentierwerkstätten, Ruheräume und eine Küche. Die Verwaltung plant derzeit mit 20 Krippenplätzen für Kleinkinder und 73 Plätzen für Drei- bis Sechsjährige.

Die Kosten für den Umbau der Turnhalle liegen nach ersten Schätzungen des Architekturbüros bei etwa 3,2 Millionen Euro. Nach Berechnungen der Verwaltung würde ein kompletter Neubau ein wenig günstiger sein, allerdings stellte sich das Problem, was mit der Halle geschehen soll. Allein eine notdürftige Sanierung des Gebäudes wird auf 600000 Euro geschätzt. Hinzu kommt, dass es für die Halle wegen des Denkmalschutzes keine weiteren Interessenten und damit auch keine Nutzung gibt.

Die Verwaltung möchte mit diesem Familien- und Kinderzentrum auch das neue Baugebiet Hartenecker Höhe bewerber. Zwar sei das Interesse an dem Gebiet auch jetzt schon groß. Trotzdem möchte die Stadt die Werbetrommel weiter rühren. Und weiche Faktoren, wie Kinderbetreuung, würden zunehmend zu harten Argumenten für Interessenten., so der erste Baubürgermeister Konrad Siegfried. Außerdem ist die Stadt daran interessiert, dass sich vor allem junge Familien mit Kinden in dem neuen Wohngebiet ansiedeln.